Die belgische Bevölkerung ist jährlich durchschnittlich 4,3 Millisievert (mSv) ionisierender Strahlung ausgesetzt

Die neueste Schätzung der Bevölkerungsdosis zeigt, dass der durchschnittliche Belgier im Jahr 2021 jährlich 4,3 Millisievert (mSv)* ionisierende Strahlung aus natürlichen und künstlichen Quellen erhalten hat. Das ist etwas mehr als 2015 (4,0 mSv), aber weniger als 2010 (5,1 mSv).jaarlijkse-blootstelling-2021-de

Natürliche Radioaktivität bleibt größte Quelle

Da Radioaktivität überall in der Natur vorkommt, ist die Bevölkerung ständig natürlicher Strahlung ausgesetzt. Diese stellt nach wie vor den wichtigsten Faktor dar und beträgt durchschnittlich 2,4 mSv pro Person und Jahr. Diese Zahl ist seit Jahren stabil. Es handelt sich dabei um:

•    Kosmische Strahlung (0,3 mSv)
•    Erdstrahlung (0,4 mSv)
•    Einatmen von natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen (Radon und Thoron) (1,4 mSv)
•    Aufnahme radioaktiver Stoffe über die Nahrung (0,3 mSv)

Medizinische Bildgebung wichtigste künstliche Quelle

Künstliche Quellen tragen durchschnittlich 1,9 mSv pro Jahr bei. Der überwiegende Teil davon stammt aus medizinischen Anwendungen wie CT-Scans, konventionellen Röntgenaufnahmen, Nuklearmedizin und interventionellen radiologischen Verfahren wie Punktionen und Biopsien oder der Diagnose und Behandlung von Gefäßerkrankungen. CT-Scans sind für 64 % der medizinischen Strahlendosis verantwortlich, machen jedoch nur 18 % der Untersuchungen aus.
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Industrielle Aktivitäten wie die Kernenergieerzeugung haben eine vernachlässigbare Auswirkung (<0,01 mSv).

Unterschiede gegenüber der vorherigen Bewertung (2015)

•    Leichter Anstieg der Gesamtdosis von 4,0 auf 4,3 mSv, vor allem aufgrund einer Zunahme medizinischer Verfahren, bei denen hohe Dosen ionisierender Strahlung zum Einsatz kommen, und der Einbeziehung der interventionellen Radiologie in die Berechnung. Die interventionelle Radiologie wird zunehmend als Alternative oder Ergänzung zu klassischen chirurgischen Eingriffen eingesetzt, da sie oft weniger invasiv ist und eine schnellere Genesung ermöglicht. 

•    Die Anzahl der medizinischen Verfahren nimmt ab, aber der Anteil der Untersuchungen mit hoher ionisierender Strahlung (wie CT-Scans und interventionelle Verfahren) steigt.

•    Die Daten zu Radon und Thoron wurden auf der Grundlage von mehr und aktuelleren Messungen aktualisiert, was eine genauere Schätzung der natürlichen Exposition ermöglicht.

Bedeutung der Nachfolge

Die regelmäßige Überwachung der Bevölkerungsdosis bleibt entscheidend, um Trends zu erkennen, den Strahlenschutz zu optimieren und die Bevölkerung korrekt zu informieren.


*Der Millisievert (mSv) ist eine Einheit für die Strahlendosis, mit der die Auswirkungen von Strahlung auf den menschlichen Körper gemessen werden können.

Weitere Informationen:
Durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung in Belgien