Die FANK arbeitet mit sieben anderen europäischen Aufsichtsbehörden im Rahmen der Bewertung eines kleinen Kernreaktors (NUWARD SMR) zusammen

Visuel JER phase 3

 

 

Die Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) hat sich heute offiziell der europäischen Initiative „Joint Early Review“ (JER) angeschlossen, um gemeinsam mit anderen europäischen Regulierungsbehörden an der Bewertung des vorläufigen Entwurfs für einen kleinen Kernreaktor (SMR) mitzuwirken, der vom französischen Unternehmen NUWARD, einer Tochtergesellschaft von EDF, entwickelt wurde. Diese Teilnahme ist ein weiterer Schritt im Bestreben der FANK, sich auf die Zukunft vorzubereiten, und bekräftigt ihr Engagement für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der nuklearen Sicherheit.

Die Joint Early Review (JER) ist eine Initiative, die 2022 von NUWARD, EDF und der französischen Behörde für nukleare Sicherheit (ASNR) in Zusammenarbeit mit den finnischen (STUK) und tschechischen (SÚJB) Sicherheitsbehörden ins Leben gerufen wurde. Dieser Ansatz ermöglicht es, vor jedem formellen Genehmigungsverfahren gemeinsam eine vorläufige Bewertung der regulatorischen Erwartungen und einer Reihe von Sicherheitsaspekten des NUWARD-Entwurfs vorzunehmen. Dabei werden die aktuellen nationalen Vorschriften jedes Landes, die Sicherheitsziele, die höchsten internationalen Standards und die neuesten Erkenntnisse und bewährten Verfahren in diesem Bereich berücksichtigt.

Die JER, die zur Stärkung der regulatorischen Konvergenz eingerichtet wurde, wurde im Laufe der verschiedenen Phasen um weitere europäische Sicherheitsbehörden erweitert. Das Kollektiv begann mit drei Mitgliedern und wurde 2023 für die zweite Phase, die kürzlich abgeschlossen wurde, um die schwedische (SSM), polnische (PAA) und niederländische (ANVS) Regulierungsbehörde ergänzt.

Die FANK schließt sich nun der dritten Phase der Zusammenarbeit im Rahmen von NUWARD an. Auch die italienische Behörde ISIN wird in dieser Phase als Beobachterin teilnehmen. Ziel dieser neuen Phase ist es, den frühzeitigen Austausch mit den acht europäischen Regulierungsbehörden fortzusetzen und zu vertiefen.

Neues Wissen entwickeln und zukünftige Herausforderungen antizipiere

Die FANK beteiligt sich aus folgenden Gründen an dieser Zusammenarbeit:

  • Aufbau von Fachwissen und Austausch von technischem Wissen;
  • Anwendung des belgischen Rechtsrahmens auf ein konkretes SMR-Projekt;
  • Sicherstellung, dass die für die FANC wichtigen Sicherheitsanforderungen berücksichtigt werden;
  • das gegenseitige Verständnis der Regulierungspraktiken anderer Aufsichtsbehörden zu stärken;
  • das Fachwissen zu erweitern und auf mögliche Genehmigungsanträge für den Bau von SMR in Belgien vorbereitet zu sein.

Pascale Absil, Generaldirektorin der FANK„Die Geschäftsführung der FANK hat beschlossen, bereits in dieser Phase einzusteigen, da diese Vorarbeiten für die künftige Entwicklung eines SMR-Projekts in Belgien von entscheidender Bedeutung sind. Dank dieser frühzeitigen Gespräche können wir technische und rechtliche Herausforderungen rechtzeitig erkennen und ein hohes Sicherheitsniveau gewährleisten.“

Small modular reactors

„Kleine modulare Reaktoren“ (SMR) haben in den letzten Jahren weltweit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Diese Reaktoren zeichnen sich durch ihre im Vergleich zu klassischen Kernreaktoren geringere Größe aus, wodurch sie leichter an verschiedenen Standorten, beispielsweise in Industriegebieten, eingesetzt werden können. „Modular” bedeutet, dass die Komponenten eines SMR auf standardisierte Weise gebaut und montiert werden können.

NUWARD hat sich zum Ziel gesetzt, einen kleinen Kernreaktor (SMR) auf Basis der Technologie von Druckwasserreaktoren (PWR) zu entwickeln. Das Ziel ist es, eine Multi-Energieplattform (Wärme und Strom) für industrielle Anwendungen anzubieten. Dabei wird ein robustes, sicheres, einfaches und weitgehend vorgefertigtes Design angestrebt, um die Bauzeiten zu verkürzen, den Export zu erleichtern und gleichzeitig die höchsten internationalen Sicherheitsstandards zu erfüllen.