Die INES-Skala (International Nuclear and Radiological Event Scale) ist die internationale Skala für die Bewertung von Ereignissen mit ionisierenden Strahlungsquellen anhand ihres Schweregrads. Sie kommt seit über 25 Jahren weltweit zur Anwendung. 
Die INES-Skala ist nur als Kommunikationsinstrument zu betrachten, das die Wahrnehmung der sicherheitsbezogenen Bedeutung nuklearer Ereignisse durch die Medien und die Öffentlichkeit erleichtern soll.
Sie stellt somit kein Instrument zur Beurteilung der nuklearen Sicherheit von Anlagen dar. Sie kann keinesfalls als Grundlage für nationale oder internationale Sicherheitsvergleiche herangezogen werden.
| Datum | Einrichtung | INES-Stufe | Beschreibung des Ereignisses |
|---|---|---|---|
| 2025-10-22 | Industrielle Radiographie | 1 | Am 22. Oktober 2025 wurden zwei Industrieradiologen während einer Überprüfung der Schweißnähte an einem in Wartung befindlichen Eisenbahnwaggon versehentlich Strahlung ausgesetzt. Sie benutzten ein Röntgengerät, das noch eingeschaltet war, während sie das Gerät positionierten. Eine Rekonstruktion in Anwesenheit der FANK ergab, dass das Gerät etwa vier Minuten lang in Betrieb war. Einer der Radiologen hielt dabei seine Hände etwa zwanzig Sekunden lang in die Nähe des Strahlungsbündels. Ihre Messgeräte (Dosimeter) funktionierten nicht richtig, sodass die Strahlenbelastung nicht sofort bemerkt wurde. Auch die rote Warnleuchte, die anzeigte, dass das Gerät in Betrieb war, wurde nicht gesehen. Ein Radiologe wurde einer Strahlendosis von etwa 10 mSv ausgesetzt. Es werden noch zusätzliche Messungen durchgeführt, um die Dosis an den Händen genau zu bestimmen. Beide Radiologen werden medizinisch überwacht. Die Bevölkerung und die Umwelt waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Die FANK ergreift Maßnahmen, um zu verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholen. Der Vorfall wurde vorläufig auf Stufe 1 der INES-Skala eingestuft. Die endgültige Einstufung erfolgt, sobald die Ergebnisse der zusätzlichen Messungen vorliegen. |
| 2025-10-01 | SCK CEN | 1 | Während des Beladens des Forschungsreaktors BR2 stellte das Kernforschungszentrum SCK CEN ein Problem mit einer der Messketten fest – einer Reihe von Messgeräten, die den Reaktor überwachen. SCK CEN stellte den Betrieb sofort ein und meldete das Problem der FANK. Zwei andere Messketten funktionierten ordnungsgemäß, sodass keine Gefahr für Mensch oder Umwelt bestand. Der Vorfall ähnelt dem Vorfall vom 27. Juni 2025, betrifft jedoch eine andere Messkette und ereignete sich auch zu einem anderen Zeitpunkt während des Neustarts. Die FANK wird aufgrund dieser Meldung eine Inspektion durchführen. |
| 2025-09-29 | SCK CEN | 1 | Nach der Bestrahlung im Forschungsreaktor BR2 wurde eine ¹⁴⁰La-Quelle zu einem Empfänger in Frankreich transportiert. Bei der Annahme stellte der Empfänger fest, dass die Aktivität der Quelle höher war als der maximal zulässige Grenzwert für den verwendeten Verpackungstyp. Der Transport selbst verlief sicher, und der Empfänger verfügte über die notwendigen Einrichtungen, um die Quelle sicher zu handhaben. Es gab keine sicherheitsrelevanten Auswirkungen auf Mensch oder Umwelt. Das SCK·CEN untersucht die Umstände des Vorfalls, um eine Wiederholung zu vermeiden. Die FANK wird in diesem Zusammenhang eine weitere Inspektion durchführen. Das Ereignis wird auf INES-Stufe 1 (International Nuclear and Radiological Event Scale) eingestuft: eine geringfügige Abweichung ohne Auswirkungen auf die Sicherheit. |
| 2025-06-29 | SCK CEN | 1 | Nach einer geplanten Reinigung eines Kühlwassersystems des Forschungsreaktors BR2 im Kernforschungszentrum SCK CEN wurde das radioaktive Abwasser in einem Tank zwischengelagert, um es an das Abfallverarbeitungsunternehmen Belgoprocess zu übergeben. Bevor die Abwässer entsorgt werden konnten, wurde ein Leck entdeckt. Dieses verschlimmerte sich rasch, so dass fast die gesamte Abwassermenge in einen eigens dafür gebauten Betonbehälter gelangte. Risiken oder Folgen für Mensch und Umwelt traten dadurch nicht auf. Kurze Zeit später konnte das Abwasser weiterhin zu Belgoprocess gepumpt werden, und der Tank wurde inzwischen repariert. Nach der Meldung führte die FANK eine reaktive Inspektion vor Ort durch. |
| 2025-06-27 | SCK CEN | 1 | Während eines Tests im Vorfeld des Wiederanfahrens des Forschungsreaktors BR2 stellte das Kernforschungszentrum SCK CEN ein Problem mit einer der Messketten fest - einer Reihe von Messgeräten, die den Reaktor überwachen. SCK CEN brach den Test sofort ab und meldete das Problem der FANK. Zwei andere Messketten funktionierten einwandfrei, so dass keine Gefahr für Mensch und Umwelt bestand. Nach der Meldung führte die FANK eine reaktive Inspektion vor Ort durch. |
| 2025-04-27 | Tihange 1 | 1 | Beim Anfahren des Kernreaktors Tihange 1 wurde eine vorübergehende Anomalie in der Energieverteilung im Reaktorkern festgestellt. Die Situation blieb einige Minuten länger als erlaubt außerhalb der normalen Grenzen, konnte aber schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die Anomalie wurde auf der INES-Skala als Stufe 1 eingestuft: ein kleiner technischer Fehler ohne Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. |