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Radioaktive Quellen - nicht bei mir!

Radioaktive Quellen - nicht bei mir!

Ihr Großvater hat in Zentralafrika gearbeitet und eine schöne Mineraliensammlung mitgebracht? Ihre Schwiegermutter war Chemikerin und hat einige Tiegel mit farbigem Pulver in ihrem Keller aufbewahrt? Der alte Kompass von Onkel Marcel leuchtet nachts?

Manche Personen besitzen radioaktive Quellen - meist ohne es zu wissen.

  • Manche Mineralien wie beispielsweise Pechblende, Torbernit, Autunit und Monazit enthalten beispielsweise erhebliche Konzentrationen der natürlichen radioaktiven Substanzen Uran und Thorium.
  • Bei manchen Laborprodukten, die früher insbesondere in der Pharmazie verwendet wurden, handelt es sich um Uran- oder Thoriumverbindungen (Uranylacetat oder -nitrat, Thoriumnitrat).
  • Radium wurde bis in die 1960er Jahre wegen seiner lumineszierenden Eigenschaften verwendet: Beispielsweise sind zuweilen die Zeiger alter Wecker oder Kompasse mit einer Radiumschicht überzogen.

Wie erkennt man eine radioaktive Quelle? 

In manchen Fällen ist der Behälter mit dem Symbol für Radioaktivität versehen. Oder Hinweise auf dem Etikett lassen eindeutig die Art des Produkts erkennen. Beispielsweise durch die chemischen Symbole für Uran (U), Thorium (Th) oder Radium (Ra-226). Oder der Gegenstand leuchtet nachts, ohne zuvor dem Licht ausgesetzt worden zu sein. Die Fotos in dieser Broschüre (FR/NLzeigen einige charakteristische Beispiele für radioaktive Gegenstände, die in Privathaushalten zu finden sind.

Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die FANK! Anhand einer Beschreibung des Gegenstands oder mit Hilfe von Fotos können Ihnen unsere Experten helfen, die Quelle zu bestimmen. Bei Bedarf kommt ein Experte der FANK vor Ort, um Messungen durchzuführen und die radioaktive Quelle zu beseitigen.

Besteht eine Gefahr? Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu ergreifen? 

Die von diesen Quellen ausgehende Gefahr ist im Allgemeinen begrenzt, aber einige einfache Vorsichtsmaßnahmen ermöglichen es, das Risiko maximal zu begrenzen:

  • Das Hauptrisiko besteht im Verzehr oder Inhalation radioaktiver Substanzen: Vermeiden Sie unnötigen Umgang damit. Tragen Sie beim Umgang Handschuhe. Bewahren Sie sie in einem geschlossenen Behälter oder Beutel auf.
  • Die von diesen Quellen ausgehende externe Strahlung nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Vermeiden Sie es, diese Gegenstände an stark frequentierten Orten aufzubewahren.
  • Diese Quellen (insbesondere Erze) können zuweilen Radongas emittieren. Lüften Sie regelmäßig den Raum, in dem sie aufbewahrt werden.
  • In einigen – glücklicherweise seltenen – Fällen können radioaktive Quellen eine gefährliche Intensität aufweisen: typischerweise alte Nadeln aus der Radium-Strahlentherapie.

Was soll ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass sich in meinem Haus eine radioaktive Quelle befindet? 

Wenden Sie sich an die FANK! Nachdem die Situation anhand der von Ihnen zur Verfügung gestellten Daten beurteilt wurde, kommt einer unserer Inspektoren so schnell wie möglich zu Ihnen nach Hause, um Radioaktivitätsmessungen an dem Gegenstand durchzuführen. Wenn dieser tatsächlich radioaktiv ist, wird unser Inspektor ihn unverzüglich aus Ihrem Haushalt entfernen.

Er wird Sie dann einen Antrag auf Übernahme der radioaktiven Quelle unterzeichnen lassen.

Was kostet das? 

Die Entsorgung ist für Privatpersonen kostenlos, sofern sie die folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Die radioaktive Quelle wurde von ihrem Besitzer niemals für wirtschaftliche oder berufliche Zwecke verwendet.
  • Die Quelle stammt nicht aus einem Industriebetrieb, der eine entsprechende Zulassung besaß oder hätte besitzen müssen.

Blitzableiter und Ionen-Rauchmelder sind von dieser Kostenübernahmeregelung ausgeschlossen. Für diese Gerätekategorie gibt es spezielle Verfahren.

Die Kosten für die Behandlung dieser radioaktiven Abfälle trägt NERAS, die Nationale Einrichtung für Radioaktive Abfälle und Angereicherte Spaltmaterialien, im Rahmen des Programms zur Kostenübernahme für so genannte „herrenlose“ radioaktive Quellen.

Bitte beachten Sie: Bestimmte radioaktive Produkte und Quellen werden manchmal im Internet verkauft. Es ist verboten, solche Quellen zu kaufen, ohne vorher überprüft zu haben, ob sie den Vorschriften für den Transport und die Einfuhr radioaktiver Quellen unterliegen oder ob sie in Belgien einer Lager- oder Nutzungsgenehmigung unterliegen. Wenden Sie sich zunächst an die FANK, da die auf der Website bereitgestellten Informationen irreführend sein können. Eine Privatperson, die wissentlich ein radioaktives Produkt erworben hat, muss die Entsorgungskosten selbst tragen.

Schulen und Apotheken

Das System der kostenlosen Entsorgung gilt ausschließlich  für Privatpersonen. Auch einige Schulen und Apotheken besitzen radioaktive Quellen, und in Zusammenarbeit mit der FANK wurden von der NERAS in den Jahren 2007-2008 und 2015 spezielle Kampagnen zur Entsorgung dieser Quellen organisiert. Schulen und Apotheken, die nicht an diesen Kampagnen teilgenommen haben, müssen die Kosten für die Entsorgung dieser radioaktiven Quellen selbst tragen. Die NERAS und die FANK haben jedoch spezifische Verfahren entwickelt, um diese Kosten so niedrig wie möglich zu halten.

Ansprechpartner

Stéphane Pépin
Experte für natürliche Radioaktivität
Tél : 02/289 20 69
Mail : stephane.pepin@fanc.fgov.be

Broschüre

  • Broschüre „Radioaktive Quellen: nicht bei mir!“: diese Broschüre ist ausschließlich in Französisch und Niederländisch verfügbar.

 

last update: 
11/06/2020