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Sabotage der Dampfturbine von Doel 4

Sabotage der Dampfturbine von Doel 4

Am 5. August 2014 wurde der Reaktor Doel 4 nach einem Ausfall der Dampfturbine im nichtnuklearen Teil der Anlage automatisch abgeschaltet. Diese Betriebsstörung resultierte aus dem Verlust von Schmieröl.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass sich der Öltank vollständig entleert hatte, nachdem das Ablassventil, mit dem im Brandfall schnell Öl in einen Hilfstank geleitet werden kann, manuell geöffnet worden war. Da zahlreiche Indizien darauf hinzudeuten schienen, dass dieses Ventil absichtlich geöffnet worden war, ohne dass eine diesbezügliche Anweisung gegeben worden war, wurde schnell gemutmaßt, dass Sabotage vorlag. Electrabel erstattete Anzeige gegen Unbekannt und trat dem Verfahren als Nebenklägerin bei. Die Bundesstaatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Dieses Verfahren hat noch nicht zur Identifizierung des bzw. der Täter geführt.

Um zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt, hat die Föderalagentur für Nuklearkontrolle (FANK) allen Kernkraftwerken in Belgien zusätzlich zu den bereits geltenden Sicherheitsmaßnahmen sofort eine Reihe ergänzender Sicherheitsmaßnahmen auferlegt.

Diese Maßnahmen umfassten unter anderem:

  • die Anbringung zusätzlicher Kameras,
  • Veränderungen des Dienstausweis-Zugangssystems,
  • Erweiterung des Anwendungsbereichs des Vier-Augen-Prinzips, wonach die Beschäftigten des Kernkraftwerks nur in Begleitung eines oder mehrerer Kollegen Zugang zu bestimmten Bereichen haben.

Dies sind einige konkrete Beispiele für Maßnahmen, die Teil eines umfassenden Sicherheitssystems sind, das aus Gründen der Vertraulichkeit nicht detailliert beschrieben werden kann. Diese ergänzenden Maßnahmen ergänzen die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen.

 

last update: 
11/06/2020